Füreinander da sein

“Liebe A.-L., lieber S. – L. (Abkürzungen von mir),

ich habe lange nichts von euch gehört – das letzte Mal habe ich eine Weihnachtskarte für Euch an Eure Großmutter geschickt. – Ihr hattet Geburtstag, dazu wünsche ich Euch alles Gute und Gottes Segen. – Ich habe ans Jugendamt geschrieben, dass ich gerne Kontakt zu Euch hätte, wenn Ihr es möchtet. Habe noch keine Antwort bekommen. Bis dahin schreibe ich Euch auf diesem Wege, damit Ihr wisst, dass ich Euch nicht vergesse und sehr lieb habe.

Deine Patentante/Deine C.”

Wo, glaubt Ihr, habe ich diesen Brief gelesen??

An einer Bushaltestelle, auf den dort stehenden Papierkorb geklebt. Echt!! (Natürlich habe ich die Namen abgekürzt; ansonsten denke ich, diese Veröffentlichung ist o.k., denn der Brief war ja dort auch für jedermann sichtbar.)

So – tja, ich sage mal angerührt – war ich schon eine Weile nicht mehr. Offenbar kommen die Kinder, an die der Brief (gegen Regen laminiert) gerichtet war, hier öfter vorbei – und offenbar ist es für die Schreiberin die einzige Möglichkeit, Kontakt zu ihnen zu bekommen. Die Story, die dahinter steckt, kann sich sicher jede/r selber ausmalen. Eine ganze Menge Not, so scheint es – und eine ganze Menge Liebe, Gott sei Dank.

Als ich dann im Bus bin, bekomme ich gleich noch ein weiteres Beispiel dafür, dass sich viele Menschen offenbar doch umeinander kümmern – auch um Unbekannte. Ich sehe aus dem Bus eine Frau, die gerade mit ihrem Rad (auf dem Radweg) hingefallen ist. Ihre Nase blutet, sie scheint kurz vorm Weinen zu sein. Aber sie bleibt nicht allein – ein Mann hilft ihr auf, beruhigt sie; zum Glück scheint es nicht so schlimm zu sein.

Zwei Erlebnisse, für die ich sehr dankbar bin und die ich hier teilen möchte mit allen, die es zu schätzen wissen, wenn man – gelegentlich wenigstens – ein bissel füreinander da ist.

Und die Rapperin kommentiert:

Viele Menschen unken ständig: Keiner kümmert sich mehr!
Aber füreinander da sein ist doch gar nicht so schwer.
Manchmal braucht man eben Hilfe, das ist gar kein Grund zur Scham -
jeder kann auch Hilfe geben, der sie irgendwann bekam.

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